Vor wenigen Tagen schweifte mein Blick über die Terrasse. An den Rändern verschneit, noch glitzernd dank fahlem Sonnenlicht. Dort, wo kein Schnee mehr lag, huschte just in diesem kurzen Moment als ich ein Auge auf meine Terrasse geworfen hatte etwas kleines Schneeweißes entlang.
Eine Schneewehe!
Schneewehen bei Windstille?
Eine Halluzination?!

Mir fiel der Morgen in Rosien nach dem Umzug aus der Berliner Dachgeschosswohnung mit fensterlosem Bad ein. Als ich entkräftet durch die Strapazen der letzten Tage nach einer eher schlaflosen Nacht aus der Dusche trat und durch das Badezimmerfenster auf grasende Schafe blickte. Noch nicht bewusst auf dem Land angekommen, hatte ich die Schafe als Halluzination abgetan.

Dann schlug Käthe, meine Hündin kräftig an; aus voller Kehle mit aufgestellten Nackenhaaren, einem unbewusst gesteuerten hündischen Signal für hohe Erregung. Eine Sinnestäuschung, weiße Mäuse gar, konnte ich damit vollends ausschließen.
Es brauchte viel Geduld, um das Wieselartige mit schwarzer Schwanzspitze, das sichtlich Vergnügen auf meiner Terrasse und den Pflanzenkübeln hatte, zu erkennen. Und fotografieren ließ es sich auch nur sehr bedingt. Wie viel Mühe hatte ich erst damit, das kleine Weiße, nie zuvor Gesehene, zu identifizieren.
Welch‘ seltenes Glück. Auf meiner Terrasse hat sich vor Tagen ein Hermelin getummelt.
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Liebe Gesine,
das war ja ein richtiger Glücksfall. Ein Hermelin. winderbar. Er liebt das freie Gelände.
Ich habe leider einen Steinmarder auf dem Dachboden. Als Kulturförderung hat er den Begriff „Kultur“ offenbar missverstanden. Er benutzt den Dachboden als Toilette. Nicht gerade anständig.