Zum Staunen, Erschaudern, Betrauern und zum Kopfschütteln gab es in diesem Jahr, das noch jung ist, bereits viel. Zu viel!
Die Brandkatastrophe in Cans-Montana, Maduro wurde entführt, Iraner rebellieren und riskieren ihr Leben, in Brandenburg zerbrach die Koalition aus SPD und BSW, Blackout in Berlin, in Minneapolis erschoss ein Beamter der Abschiebebehörde ICE eine 37-jährige Mutter und Lyrikerin, in Aleppo eskalierten Kämpfe, Trump droht Grönland, Kuba und Kolumbien, Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Hasseloff räumte sein Amt. Und Frieden für die Ukraine – nicht in Sicht.
Doch alle diese beunruhigenden Nachrichten, die für 2026 wenig Gutes verhießen, verblassten vor dieser: Elli kommt auf Norddeutschland zu!

Den norddeutschen Gemütern setzten die sich überschlagenden Warnungen vor Gefahren für Leib und Seele durch Schnee, Sturm, Eis und Kälte mehr zu als die sich potenzierenden Hiobsbotschaften seit Jahresbeginn aus aller Welt. Versteht sich, denn Sturmtief Elli betraf einen selbst und nicht etwa Menschen in weit abgelegenen Gegenden.
Dass die Schneewalze sich in unserer Gegend etwas verzögerte, verschaffte den Hiesigen, mich eingeschlossen, zumindest einen gewissen Aufschub vor dem zu erwartetem Chaos, was für Vorsorge und Hamstereinkäufe eifrig genutzt wurde. Vorausgesetzt man war frühzeitig an den Start gegangen.

Als ich am vergangenen Donnerstag den Discounter in Boizenburg gegen 13:00 Uhr erreicht hatte, waren die Regale dort bereits großteils leergefegt. Wie mir berichtet wurde, war im Neuhauser Penny ab 11:00 Uhr kein Gemüse mehr zu haben. Noch alarmierender dürften sich die Meldungen ausgewirkt haben, dass Schneeschieber und Streugut bereits vor Eintreffen des Sturmtiefs in der Region Mangelware waren und einige Gemeinden aufgrund der vorausgegangenen milden Winter kaum Salz vorrätig hielten. Panik herrschte hier zwar nicht, aber die Erinnerungen an den norddeutschen Horrorwinter 1978/79 waren geweckt und wurden medial eifrig verstärkt.
Am Freitag dann hatte Elli mit circa 20 Zentimetern Niederschlag und einer geschlossenen Schneedecke zumindest auf unserem Hof Ernst gemacht. Meine vierjährige Hündin Käthe, die noch keinen „normalen“ Winter erlebt hat, traute sich erst nicht raus, dann war sie aus dem Häuschen. Und ich genoss den Anblick auf eine verzauberte Welt, die schneebedeckt Ruhe und Friedfertigkeit verhieß.
Es hat getaut… Und der schöne Schein hin.
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Liebe Gesine, das war wieder ein Artikel nach meinem Herzen! Es zeigt die Diskrepanz vernunftgegebenen Verhaltes sehr gut auf. Käthe hat die Situation für sich richtig eingeschätzt.