Bereits berichtet habe ich, dass ich seit einiger Zeit Yoga mache, genauer gesagt, dass Yoga etwas mit mir macht. Immer donnerstags im Neuhauser Pausenraum unter Claudias ebenso empathischer wie unerbittlicher Anleitung.
Jede Unterrichtsstunde lehrt mich aufs Neue, wo meine Grenzen liegen. Wie viele Möglichkeiten meinem Geist und meinem Körper offen stünden, hätte ich früher gewusst, was sie alles können könnten. Jede Stunde erlebe ich aufs Neue, wie eingeschränkt mein Körper ist und wie beschränkt mein Geist!

Besonders aufschlussreich für mich waren einige Lehrstücke am vergangenen Donnerstag. Bereits bei der ersten Übung stellte sich heraus, dass meine anatomischen Kenntnisse gegen Null tendieren. Denn die langgestreckt auf dem Rücken liegenden Kursteilnehmer waren aufgefordert, den Yoga-Block unters jeweilige Kreuzbein zu legen. Kreuzbein? Nie gehört! Was ist denn das? Ich soll ein Kreuzbein haben? Claudia erkannte meine Not und platzierte den Block für mein Gefühl eben dort, wo mein Rücken endet und meine Hinterbacken ansetzen. Viel geholfen war mir damit aber nicht. Denn nach ihrem Beistand habe ich zwar den Block, aber kein Kreuzbein gespürt, das sich anscheinend auch bei mir zwischen Wirbelsäule und Beckenring befinden soll.
Besser wurde es für mich in dieser Yoga-Stunde nicht. Andauernd verwechselte ich Links mit Rechts und andersherum. Und besonders standfest war ich an diesem Donnerstag auch nicht.
Dann kam es noch besser. Für eine besondere Bein-Übung sollten wir ins Thera-Band eine Schlaufe machen. Abermals ein extrem peinlicher Auftritt für mich. Denn trotz vieler angestrengter und immer hilfloseren Versuche bekam ich den Knoten zum Binden einer Schlaufe nicht hin! Claudia erbarmte sich erneut. Ihr Knoten war perfekt. So fest, dass ich ihn nach der Übung nicht mehr aufbekam. Wieder musste die Kursleitung ran…
Eine Sternstunde war diese Yoga-Stunde im „Pausenraum“ jedenfalls nicht!
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