Zu peinlich, um das öffentlich zu machen
Zu peinlich, um das öffentlich zu machen

Zu peinlich, um das öffentlich zu machen

Es ist so weit. Ich werde, bin es offenbar dusselig! Immer öfter ertappe ich mich dabei, dass ich auf der Suche nach meiner Fernbrille hektisch hin- und herlaufe, um schlussendlich festzustellen, dass ich selbige auf der Nase trage. Peinlich ist auch der Gang in die Küche, wenn ich auf dem kurzen Weg dorthin vergessen habe, was ich in der Küche eigentlich wollte. Ich verlege den Autoschlüssel, die Fernbedienung und suche hektisch nach einem Buch, das ich kürzlich noch in der Hand hatte. Gelegentlich sperre ich mich auch aus dem Haus aus, weil ich nicht daran gedacht hatte, den Schlüssel aus dem Schloss zu ziehen, bevor ich es verließ.

Ich Schaf! © GvP

Bis vor wenigen Tagen tat ich solches Schusseln noch mit der Entschuldigung ab, dass mein Kopf beim Fauxpas mit Maßgeblicherem beschäftigt war. Etwa mit einer Pressemitteilung zu einer Veranstaltung in unserer Gemeindebücherei oder mit der Niederschrift der Geschichte „Es war einmal in Neisor“, die ich vorhabe, im Frühjahr 2024 öffentlich zu lesen.

Dusselig? Ich doch nicht! Dann aber wurde ich an der Kasse eines Lebensmittelgeschäftes in Hagenow vor versammelter Öffentlichkeit eines anderen belehrt.

Ich kramte in meinem Portemonnaie nach einem Cent Stück. Das ließ sich dank meiner Fernbrille, die mir den Blick in die Nähe vernebelte, im schummrigen Licht nicht finden. Resolut war die Kassiererin: „Geben Sie mal her!“ Ich war viel zu verdattert, um die Herausgabe meines Geldbeutels zu verwehren. „Passt“, rief die Kassiererin, nachdem sie Kleingeld, Banknoten und Kreditkartenfächer inspiziert hatte. „Und eine Kundenkarte haben Sie ja auch. Dann ziehe ich die mal durch.“

Blog folgen

Trage Dich ein um immer über neue Beiträge der Rosiener Notizen aktuell informormiert zu werden.

3 Kommentare

  1. kennst du doch

    Wohin tendiert aktuell dein Selbstbewusstsein, das man eigentlich von dir kennt? Diese “schusseligen” Momente kennt doch jeder … auch Jüngere und es scheint, du suchst mit den hier immer wieder wirklich lesenswerten Zeilen Gleichgesinnte zu finden (eine Bestätigung?). Ja … es ist so! Wir werden nicht jünger und ab und zu haben wir Wichtigeres im Kopf, als Alltägliches. Das ist oft der Hauptgrund für die Schusseligkeit, die manche Menschen schon anders bezeichnen. Mach dich nicht verrückt … du bist nicht “alt” … auch wenn eine Kassiererin dir mal “unter die Arme greift”. Die macht das täglich und ihren Job. Du hingegen schreibst dir was von der Seele und Alle lesen mit. Denk mal drüber nach! LG.

  2. Gerd

    Mit der rechten Hand klemme ich den Regenschirm unter die Achsel, nestle mit derselben Hand im Mantel nach der Börse, um darauf die Bezahlkarte gegen den Scanner an der Kasse zu halten, als ich mein Augenmerk dem Stoffbeutel am Ende des Förderbandes widme, wo sich bereits die Ware staucht. Die Kassiererin blickt fragend herüber, ich nicke, bedanke mich und nehme den Zahlungsbeleg entgegen, woraufhin gleichzeitig die Karte zurück in die Börse wandert, der Schirm hinab gleitet, die Manteltasche sich zufaltet, die Stofftasche zusammfällt und ich reflexhaft nach dem Verbleib des Schirm schaue, mich bücke, während das Fördeberband bereits den nächsten Kunden bedient.

  3. Petra

    Aha jetzt ist es offensichtlich soweit: sich dem Thema Selbstliebe aus der Perspektive der ‍♀️ „sweet little sixty“ neu zu nähern!
    Glückwunsch und willkommen ‍♀️im Klub der Normalgestörten für die Bewältigung von Alltagsaufgaben unter erschwerten ‍ Bedingungen!
    Statt begegnet man den Situationen besser mit und freut sich darüber, es (noch) zu merken ✌️.
    In einem Zeitalter ⏳ in dem sich der Mensch den Takt von IT und KI vorgeben lässt, ist Heldentum ‍♀️ gefragt!

    Erst gestern mit Hund Schirm ☔️und ️ Tüten mit Igel Futter beschlug meine Brille im ️Schneeregen, während mir gleichzeitig die Stirnlampe vom Kopf rutschte, als ich den kleinen füttern wollte … Durchnässt und frustriert brüllte ich kurz und war froh Niemandem zu begegnen … Danke an der mich trotzdem ♥️ liebt!

    Merke:
    „Oben rüstig, unten dicht – das hält den Mensch im Gleichgewicht!“

    In diesem Sinne beste Grüße
    Petra

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert