Mein Brustkrebs. Klappe, die 16.
Mein Brustkrebs. Klappe, die 16.

Mein Brustkrebs. Klappe, die 16.

3 ½ Wochen Strahlentherapie habe ich nun hinter mir. An fünf Tagen die Woche ging es von Rosien zu den Helios Kliniken in Schwerin. Mit dem Vellahner Taxibetrieb von Kerstin Albrecht, deren überpünktliche Fahrer mich zumeist um 10.45h in Empfang nahmen. So die Beschleuniger nicht streikten (das kam während meiner Therapie verschiedentlich vor) oder der Server ausgefallen war (ein Ärgernis, das mich und meinen Fahrer ein Mal eine ziemlich lange Wartezeit gekostet hat) war ich in der Regel gegen 14.00h zurück.

Warten auf meine letzte Bestrahlung am 24. Oktober 2023 © GvP

Viel ist mir in den vergangenen Wochen vom Tag also nicht geblieben, zumal ich mit zunehmender Intensität der Bestrahlung das Bedürfnis hatte, nach der Heimkehr etwas zu ruhen und die malträtierte Brust zu kühlen, deren Haut Tag für Tag mehr spannte und kniff. An jenen Tagen war das nur eingeschränkt möglich, zu denen ich ab 15.00h gemäß meiner Devise „trotz Brustkrebs und Therapie so viel Alltag und Arbeit als möglich“ mittwochs und freitags für unsere Gemeindebücherei tätig gewesen bin. – Ein Ausgleich, der mich die Brust vergessen ließ.

Auch wenn ich vermutlich noch länger dafür brauchen werde, das zu verarbeiten, was mich im letzten halben Jahr verängstigt und gequält hat: der Ritt, der am 19. April 2023 mit der Diagnose Brustkrebs begann, ist im Gespräch mit Frau Dr. W. im Anschluss an meine letzte Strahlentherapie am 24. Oktober 2023 erfolgreich zu Ende gegangen: „Sie können einen Haken an die Sache machen. Wir sehen uns jetzt in langen Intervallen wieder, das nächste Mal erst im April 2024.“

Angekommen ist diese gute Fügung bei mir noch nicht. Denn noch befinde ich mich im selbstauferlegten Modus „Stark sein, Durchhalten, Kämpfen“. Ich bin weiterhin angespannt und verkrampft; dafür aber dankbar, und das, so was von!

Viele Menschen taten mir in den vergangenen sechs Monaten Gutes. Sabine, die mich zu sämtlichen Arzt-Gesprächen und Untersuchungen begleitet hat; Michael, Sibylle, Marlies, Florian, Boris, Silvia, Ina und Géraud, die mir beistanden und mich aufbauten; und nicht zuletzt die vielen Nutzer und Nutzerinnen unserer Gemeindebücherei, die mir Mut gemacht haben. Dass einige von ihnen gestern sogar Freudentränen in den Augen hatten, als ich sie über den Ausgang der Therapie informierte, hat mich tief gerührt.

Dank gebührt auch dem Team von Kerstin Albrecht, das mir die letzte Strecke so leicht als möglich gemacht hat. Ob mit Axel, Gerd, den beiden Wolfgangs oder Kerstin: wir haben bei der täglichen Fahrt nach Schwerin und während der Heimfahrt nach Rosien viel gelacht und wundervolle Gespräche geführt, die mich einiges über das Quad-Fahren und manches über die einzigartige Geschichte dieses Landstriches gelehrt haben. Immer kam ich im Strahlenzentrum entspannt an und war mit Wohlgefühl in Rosien zurück.

Obwohl mir bewusst ist, dass die Erkrankung auch sehr heimtückisch sein kann, schließe ich „die Sache“ jetzt für mich ab. Die gute Hoffnung, die mich im letzten halben Jahr getragen hat, behalte ich bei.

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