Fährt man dieser Tage durch das Amt, sieht man die schöne, bunte Plakatwelt: Schwarz, Rot, Blau, ganz Rot, Grün oder sogar Unabhängig von einer Farbe. Große Worte wie „Brücke bauen“, „Anpacken“, „Mensch“, „bewährt“, „verlässlich“, „gemeinsam die Zukunft gestalten“, gegenseitiger Respekt“ oder „Zuhören“ prangen überall.
Alles wie immer vor einer Wahl. Aber, ich mag es bunt…
Bezüglich der vielen Worte zur Brücke wird sich wohl eher die Fließrichtung der Elbe ändern, als dass das Amt an Niedersachsen angeschlossen wird. Doch es bleibt spannend, ob Schwarz auf Landkreisebene liefern wird.
Auf kommunaler Ebene fordert Schwarz wiederum eine starke Feuerwehr, Katastrophenschutz, Nachhaltigkeit, Gemeinsamkeit und gegenseitigen Respekt. Klingt sehr ehrenwert – vor der Wahl. Denn die letzten Jahre zeigten das Gegenteil: Die Feuerwehr liegt brach, Ehrenämter wurden hingeworfen, Entscheidungen überwiegend im stillen Kämmerlein getroffen.

Trotz desolater Finanzen kann beziehungsweise darf Geld hier nicht die Ausrede sein: Jahrelange, bewährte Strukturen wurden teilweise plattgemacht und der Mensch fiel einmal öfter hinten runter. Die politische Mehrheit trägt genau dafür seit Jahren die Hauptverantwortung entsprechend ihrer Beschlüsse.
Kaum ein größeres Bauvorhaben läuft rund und beim Winterdienst wird über Kürzungen gemunkelt. Wie passt das zu „beste Lebensqualität für Familien“? Spricht man mit Bürgerinnen und Bürgern über all diese Dinge, stellt man schnell fest, wie groß der Unmut derzeit überall ist.
Versprechen sind immer leicht vor einer Wahl. Doch man muss sich auch daran messen lassen! Denn versprochen wurde auch schon 2019 sehr viel.
Da stellt sich doch konsequenterweise die Frage, was genau mit „bewährt“ gemeint ist oder „verlässlich“? Wann genau ist man zuverlässig? Wenn immer wieder der laute Vorwurf von „Unwahrheiten“ im Raum steht, zum Beispiel auf Feuerwehr-Versammlungen oder ähnlichen?
Wann genau hat man sich bewährt? Kommt das alleinig durch eine abgelaufene Zeit? Diesen kleinen „Nachdenk-Spagat“ muss wohl jeder mit sich selbst ausfechten…in der Wahlkabine.
Völlig unabhängig von einer Farbe las ich jedoch auch von „Zuhören“. Das ist schon mal eine richtige Richtung und ein lobenswerter Ansatz für die Zukunft. Denn die letzten Jahre zeugen eher von verstopften Ohren und dergleichen…Wer nicht zuhört, kann sehr selten Menschen abholen!
Man möchte anpacken – das ist der Plan. Und man muss dabei noch nicht mal alles selbst können. Auch den Respekt trotz gegenteiliger Meinungen sollte man sich bewahren. Denn gegenseitiger Respekt kostet keinen Cent.
Ich wünsche mir von kommunalpolitischen Gremien keine „Parteidisziplin“, sondern parteiübergreifend IMMER einen Blick auf das Wesentliche und das sind vorneweg immer die Bürgerinnen und Bürger dieses Amtes!
Ich wünsche mir kommunalpolitische Gremien, die sich auch wirklich mit den Dingen im Vorfeld befassen und auseinandersetzen, die sie anschließend beschließen und nicht nur einfach abnicken (obwohl sie es manchmal besser wissen).
Ich wünsche mir kein „Königreich“, in dem so ziemlich alles einer modernen Gemeinde und Verwaltung widerspricht und sich manchmal schlicht tot verwaltet wird (u.a. aus Angst, Verantwortung zu übernehmen).
Und vor ALLEM wünsche ich mir mehr Ehrlichkeit!
In einem Lied der „Broilers“ heißt es: „…ein faules Volk wie dieses, hat sich noch nie gewehrt“. Möchte man diesen Vorwurf auf sich sitzen lassen?
Dustin Dust
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Moin,
viele, nein sehr viele für mich nachvollziehbare Worte. Mir ist heute noch ein Plakat mit grüner Farbe aufgefallen. „Jugend ins Zentrum“ hieß es dort. Als junger Mensch würde ich mich von einer Partei die aus einzig ideologischen Gründen im Kreistag gegen die Elbbrücke stimmt, ausgegrenzt fühlen. Dasselbe gilt für die ganz roten Plakatierer, die sich der Stimme enthielten, weil sie dich solidarisch mit dem Fährpersonal zeigen wollen, statt sich hinter den Wählerwillen zu stellen.
Zu entscheiden, wen ich wählen werde fällt bei der Auswahl sicher nicht leicht, aber wen ich nicht wählen werde, steht für mich fest.