Noch drei Wochen bis zur Wahl, beziehungsweise zu den Wahlen, denn es stehen am 13. September 2026 vielerlei bedeutende Entscheidungen an. Es geht um den Landrat, den oder die Bürgermeister/in in Lüneburg, um die Sitzverteilung im Kreistag, um den Bürgermeister unserer Gemeinde, der erstmals für ganze acht Jahre gewählt wird, und um die Zusammensetzung des Rates Amt Neuhaus, der – um das an dieser Stelle in Erinnerung zu bringen – das wichtigste Organ unserer Gemeinde ist!
Denn als politische Vertretung der Bürger entscheidet das 14-köpfige Gremium in den kommenden fünf Jahren ehrenamtlich über alle wichtigen Angelegenheiten im Amt. Der Rat beschließt den Haushalt, entscheidet über Einnahmen, Steuern und Abgaben, über Bebauungspläne oder Sanierungen, er erlässt Satzungen, kontrolliert die Verwaltung und den Bürgermeister.

Kurzum, unser Rat ist ein mächtiges Organ, in dessen Händen zukünftig die Geschicke und Entwicklungen in unserer Gemeinde liegen. Und deshalb halte ich es für unser Aller Sorgfaltspflicht, genau abzuwägen, welchem der 35 aufgestellten Kandidaten wir unsere Stimme geben.
Und genau hier liegt das Problem. Denn die meisten Kandidaten, die sich von mir erhoffen, dass ich am 13. September 2026 ein Kreuz, bestenfalls sogar drei Kreuze, an ihrem Namen mache, verhalten sich auffällig still. Geradeso als würden sie einen Austausch mit ihren potenziellen Wählern scheuen.
Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Denn noch haben die 35 Kandidaten drei Wochen Zeit, in denen sie mit triftigen Argumenten um unsere Gunst und Stimme buhlen können. Noch können sie mehr tun als nur sinnentleerte Plakate an Straßenlaternen anzubringen.
Zweifellos gehört viel Mut und guten Willen dazu, sich für ein Ehrenamt im Rat aufstellen zu lassen. Diesem Engagement zolle ich Respekt. Dennoch erwarte ich von jenen, die in den kommenden fünf Jahren hier die Geschicke bestimmen wollen, dass sie sich und ihre Vorhaben erklären. Auch wenn es das in den letzten Legislaturperioden im Amt Neuhaus so noch nicht gegeben hat: bestenfalls in einer gemeinsamen Informationsveranstaltung mit allen Mitbewerbern für den Rat beziehungsweise deren Sprechern.
Ein solches Forum, in dem Alternativen sowie unterschiedliche Vorhaben und politische Ziele öffentlich erörtert werden, war wohl für den 1. September 2026 im „Hannover“ geplant. Der Austausch soll aber daran gescheitert sein, weil zwischen den Kandidaten der sechs zur Wahl stehenden Parteien offensichtlich persönliche Abneigungen und offenbar unüberwindbare (ideologische?) Hürden bestehen.
Was, bitte sehr, ist das für ein Demokratieverständnis, wenn Parteien, von denen wir mit Fug und Recht erwarten können, dass sie in den kommenden fünf Jahren im Rat konstruktiv zusammenarbeiten, bereits im Vorfeld der Wahl gemeinsame Gespräche mit den Bürgern verweigern?
Ein gutes Omen ist das für die zukünftige Arbeit im Rat und damit für die Entwicklung unserer Gemeinde sicherlich nicht.
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