Ich freue mich, dass sich Heiko Kotzbau von den Freien Wählern Zeit für vier Fragen nahm und sage herzlich Danke.
Unsere Gemeinschaft braucht starke Stimmen. Der Rat vertritt die Interessen der Menschen im Amt. Was motiviert Sie persönlich, diese Verantwortung zu übernehmen?
Ich bin in Neuhaus geboren und aufgewachsen. Das Amt Neuhaus ist nicht einfach ein Ort, an dem ich lebe – es ist meine Heimat. Hier bin ich zur Schule gegangen, habe Fußball gespielt. Hier kenne ich die Menschen, die Dörfer und die Entwicklung unserer Gemeinde. Ich habe erlebt, was sich verändert hat, was erreicht wurde, aber auch, vor welchen Herausforderungen wir heute stehen. Genau das ist meine Motivation: Ich möchte nicht nur darüber sprechen, was besser laufen könnte, sondern selbst Verantwortung übernehmen und mich einbringen.

Mir ist bewusst, dass Kommunalpolitik nicht bedeutet, alle Probleme schnell lösen zu können. Aber sie bedeutet für mich, Verantwortung zu übernehmen, genau hinzuschauen, zuzuhören, Fragen zu stellen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Ich kandidiere, weil mir die Zukunft unserer Gemeinde wichtig ist. Ich möchte dazu beitragen, dass das Amt Neuhaus auch für kommende Generationen eine lebenswerte Heimat bleibt – für Familien, Kinder und Jugendliche, für ältere Menschen, für unsere Vereine und Ehrenamtlichen und für die Menschen, die hier arbeiten und leben.
Dabei weiß ich: Ich kann nicht alle Probleme lösen – und schon gar nicht allein. Deshalb ist mir eine sachorientierte Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg wichtig. Für mich sollte im Rat nicht entscheidend sein, von wem ein Vorschlag kommt, sondern ob er den Menschen und unserer Gemeinde hilft. Gleichzeitig möchte ich über die Grenzen des Amtes Neuhaus hinausblicken. Viele Herausforderungen machen an Gemeindegrenzen nicht halt. Deshalb sollten wir dort, wo es sinnvoll ist, mit anderen Gemeinden, der Samtgemeinde und dem Landkreis zusammenarbeiten, Erfahrungen austauschen und gemeinsam Lösungen entwickeln.
Meine Motivation ist deshalb ganz einfach: Ich bin hier zu Hause und möchte Verantwortung für meine Heimat übernehmen. Nicht, weil ich glaube, alles besser zu wissen, sondern weil ich etwas bewegen möchte – gemeinsam mit den Menschen und mit Respekt vor dem, was bereits geleistet wurde. Transparenz, Verlässlichkeit und Verantwortung gegenüber den Menschen im Amt Neuhaus gehören für mich selbstverständlich dazu.
Wo drückt den Bürgerinnen und Bürgern besonders der Schuh?
Ich glaube, den Bürgerinnen und Bürgern drückt der Schuh vor allem dort, wo sie im Alltag ganz unmittelbar merken, dass etwas nicht funktioniert oder schwieriger geworden ist. Dazu gehören für mich an erster Stelle unsere Straßen und Wege, die Mobilität und der Fährverkehr. Gerade im Amt Neuhaus ist man darauf angewiesen, dass man zuverlässig von A nach B kommt. Wenn Fähren ausfallen, Wege schlecht befahrbar sind oder Verbindungen fehlen, ist das für die Menschen nicht einfach nur ein Ärgernis. Es betrifft Arbeit, Schule, Arztbesuche und den gesamten Alltag.
Ein weiteres Thema ist die Entwicklung unserer Ortsteile. Die Menschen wollen, dass ihre Dörfer eine Zukunft haben – mit Einkaufsmöglichkeiten, einer guten ärztlichen Versorgung, funktionierender Infrastruktur und Angeboten für Kinder, Jugendliche und ältere Menschen. Und natürlich beschäftigt viele Menschen auch die finanzielle Situation unserer Gemeinde. Die Fragen sind berechtigt: Was können wir uns noch leisten? Wo müssen wir sparen? Und gleichzeitig: Was dürfen wir nicht kaputtsparen, weil es für die Zukunft unserer Gemeinde wichtig ist?
Ich glaube aber, dass hinter all diesen Punkten noch etwas Grundsätzliches steckt: Die Menschen möchten das Gefühl haben, dass ihre Sorgen gesehen werden und dass Entscheidungen nachvollziehbar sind. Deshalb möchte ich zuhören, nachfragen und auch unbequeme Fragen stellen. Ich möchte verstehen: Warum wurde etwas so entschieden? Welche Möglichkeiten gab es? Welche Argumente haben dafür oder dagegen gesprochen? Nicht, um grundsätzlich alles schlechtzureden oder Entscheidungen zu blockieren, sondern um Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam nach guten Lösungen zu suchen. Denn Politik muss für mich vor allem eines sein: nah an den Menschen, ehrlich in der Sache, transparent bei Entscheidungen und verlässlich bei dem, was zugesagt wird.
Welche Schwerpunkte möchten Sie im Rat in den kommenden fünf Jahren setzen?
Ein Schwerpunkt ist für mich eine solide und nachhaltige Entwicklung unserer Gemeinde. Wir müssen unsere finanzielle Situation ehrlich betrachten und gleichzeitig nach Möglichkeiten suchen, unsere Gemeinde weiterzuentwickeln. Mir sind außerdem die Daseinsvorsorge, Infrastruktur, die Entwicklung unserer Ortsteile, Mobilität, Feuerwehr und Ehrenamt wichtig. Ebenso brauchen Kinder, Jugendliche, Familien und ältere Menschen gute Perspektiven in unserer Gemeinde.
Ein weiterer Schwerpunkt ist für mich die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Wo es möglich und sinnvoll ist, möchte ich die Menschen stärker einbeziehen. Denn diejenigen, die hier leben, kennen ihre Ortsteile und die Probleme vor Ort oft am besten. Aber Bürgerbeteiligung funktioniert nicht von alleine. Sie braucht Möglichkeiten zur Beteiligung – und Menschen, die bereit sind, diese Möglichkeiten auch zu nutzen und sich einzubringen. Diesen Austausch möchte ich fördern. Gleichzeitig möchte ich stärker über die eigenen Gemeindegrenzen hinausdenken. Nicht jede Gemeinde muss jedes Problem alleine lösen. Wo gemeinsame Lösungen mit anderen Gemeinden sinnvoll sind, sollten wir diese Möglichkeiten nutzen.
Ihre Vision für das Amt Neuhaus im Jahr 2031?
Ich wünsche mir ein Amt Neuhaus, in dem die Menschen weiterhin gerne leben und auch die jüngere Generation eine Perspektive sieht. Eine Gemeinde, die finanziell wieder mehr Gestaltungsmöglichkeiten hat, in der unsere Ortsteile nicht vergessen werden und in der wichtige Bereiche der Daseinsvorsorge funktionieren. Vor allem wünsche ich mir aber eine politische Kultur, in der man miteinander statt übereinander redet – innerhalb unserer Gemeinde genauso wie über Gemeindegrenzen hinweg. Ich weiß, dass wir nicht jedes Problem bis 2031 lösen werden. Das wäre nicht ehrlich zu versprechen. Aber ich möchte, dass wir dann zurückblicken und sagen können:
Wir haben zugehört.
Wir haben Fragen gestellt.
Wir haben Entscheidungen transparent gemacht.
Wir haben Bürger beteiligt, wo es möglich war.
Wir haben Verantwortung übernommen.
Wir haben über Parteigrenzen hinweg zusammengearbeitet.
Und wir haben nicht an Gemeindegrenzen aufgehört zu denken.
Denn am Ende geht es für mich nicht darum, wer im Rat recht behalten hat. Es geht darum, Verantwortung für das Amt Neuhaus und seine Menschen zu übernehmen und gemeinsam das Beste für unsere Gemeinde zu erreichen. Dafür möchte ich mich einsetzen.
Gesine vielen Dank für die Fragen. Ich schätze es sehr, wenn Bürgerinnen und Bürger die Kandidaten direkt ansprechen und nachfragen. Genau dieser offene Austausch ist für mich ein wichtiger Bestandteil einer lebendigen Gemeinde und guter Kommunalpolitik.
Ihr wollt mehr lesen?